Blog

Vier Wochen durch Japan

August 2026 | Persönliches

Was hat das mit mir gemacht?

Vielleicht ist es dir aufgefallen – im Juli hast du nichts von mir gehört. Ich war auf Reisen. Weit weg. Vier Wochen lang in Japan.

Und in Japan ist sehr viel anders als hier bei uns. Erst einmal die Sprache und die Schriftzeichen. In den Städten ist es bunt, laut und voll. Überall Menschen, Geräusche, Gerüche und Lichter – von allem ein bisschen zu viel. 😉

Als wir in Tokyo ankamen, haben mich all diese Eindrücke erst einmal fast erschlagen. Dazu war es unglaublich heiss und schwül. Mit unserem Gepäck bahnten wir uns den Weg zum Hotel und ich weiss noch, wie ich dachte: Okay. Jetzt sind wir tatsächlich hier. Vier Wochen Japan liegen vor uns.

Und diese vier Wochen waren crazy.

Vier Wochen voller Eindrücke

Wir reisten von Ort zu Ort, erlebten riesige Städte und wunderschöne Natur, Tempel, leckeres Essen und Hitze. Wir begegneten sehr liebevollen, fröhlichen, zuvorkommenden und aufmerksamen Menschen, hörten Geschichten vom Atombombenangriff in Hiroshima und verstanden immer mehr davon, was die Kultur in Japan geprägt hat.

Es war megaschön. Spannend. Intensiv.

Aber eines war diese Reise nicht: erholsam.

Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, weshalb sie noch immer so viel mit mir macht.

Einfach nur Nicole

Denn etwas ist mir in Japan besonders aufgefallen.

Ich habe dort viele der Rollen abgelegt, die ich zuhause ganz selbstverständlich ausfülle.

Ich war nicht die Hypnosetherapeutin. Nicht die Coachin. Nicht diejenige, die einen Haushalt organisiert, Termine im Kopf hat und all die kleinen und grossen Dinge des Alltags erledigt.

Und obwohl meine Familie mit mir unterwegs war, war ich zeitweise sogar ein bisschen weniger Ehefrau und Mutter.

Nicht, weil mir diese Rollen nicht wichtig wären.

Sondern weil ich so sehr mit mir selbst und mit all dem Neuen um mich herum beschäftigt war.

Manchmal war ich einfach nur Nicole.

Und das war ein sehr ungewohntes Gefühl. Ein Gefühl, das ich lange nicht mehr hatte. Es fühlte sich auch verletzlich an. In all dem Neuen und Unbekannten hätte sich ein Teil von mir manchmal einfach etwas mehr Orientierung und Sicherheit gewünscht.

Und vielleicht kamen genau deshalb plötzlich Fragen auf, für die in meinem Alltag oft gar kein Platz ist.

Wer bin ich ohne meine Rollen?

Wenn meine Rollen wegfallen – was bleibt dann eigentlich?

Was ist mir wichtig?

Wie möchte ich sein? Zu mir? Zu anderen?

Diese Fragen begleiten mich auch jetzt noch. Und irgendwie fällt es mir schwerer als gedacht, wieder in meinen Alltag zurückzufinden.

Zuhause sind all meine Rollen sofort wieder da. Und ich mag viele davon sehr. Trotzdem frage ich mich gerade: Wie viel Raum bleibt nach all diesen Rollen eigentlich noch für mich?

Kennst du dieses Gefühl auch?

Gerade wir Frauen füllen oft unglaublich viele Rollen gleichzeitig aus. Wir sind Partnerin, Mutter, Freundin, Tochter, Berufsfrau, Organisatorin und so vieles mehr. Und irgendwann taucht vielleicht diese Frage auf:

Wo bin eigentlich ich – neben Familie, Beziehung, Beruf, Alltag und all den Verpflichtungen?

Das Leben ist eine Reise

Und längst nicht alles passiert im Leben so, wie wir es geplant haben.

Vielleicht ist es deshalb wichtig, zwischendurch immer wieder einmal innezuhalten. Sich umzusehen und sich zu fragen: Bin ich noch dort, wo ich sein möchte? Fühlt sich mein Leben noch gut an? Oder gibt es etwas, das ich verändern oder neu ausrichten möchte?

Dafür braucht es keine vierwöchige Reise nach Japan.

Manchmal braucht es eine kleine Kursänderung. Manchmal eine grössere.

Und manchmal reicht es fürs Erste auch einfach, sich die richtigen Fragen zu stellen.

Vielleicht magst du dir heute ein bisschen Zeit für deine eigenen Gedanken nehmen?