Worin willst du richtig gut sein?
Verrückt ist ja, dass wir manchmal gar nicht merken, wenn uns etwas fehlt. Obwohl genau diese Fähigkeit uns helfen könnte zu wachsen, Beziehungen zu stärken oder das Leben leichter zu machen.
Erst wenn wir erkennen, dass wir etwas noch nicht können, beginnt echtes Lernen.
Wann hast du das letzte Mal etwas Neues gelernt? Oder wo bist du das letzte Mal über dich hinausgewachsen?
In den 1970er-Jahren hat der Lernforscher Noel Burch das Vier-Stufen-Modell der Kompetenzentwicklung beschrieben. Es beschreibt, wie Menschen neue Fähigkeiten lernen und warum Wachstum oft viel mehr mit Bewusstsein als mit Talent zu tun hat.
Stadium 1: Unbewusst inkompetent
Du weisst noch gar nicht, dass dir Wissen oder Fähigkeiten fehlen. Du kannst etwas noch nicht – bemerkst es aber auch nicht.
Stadium 2: Bewusst inkompetent
Jetzt erkennst du: „Oh, da fehlt mir etwas.“ Vielleicht Wissen, Erfahrung oder Übung.
Das ist oft die unbequemste Phase – aber auch die wichtigste. Denn erst hier beginnt echtes Lernen. Viele hören hier auf – schade, denn hier entsteht echtes Wachstum.
Stadium 3: Bewusst kompetent
Du hast begonnen zu lernen und kannst die neue Fähigkeit bereits anwenden.
Allerdings brauchst du noch Konzentration und Aufmerksamkeit dafür.
Stadium 4: Unbewusst kompetent
Die Fähigkeit ist Teil von dir geworden. Du handelst automatisch richtig, ohne ständig darüber nachdenken zu müssen.
Beispiele aus dem Alltag
Zeitmanagement
- Unbewusst inkompetent: Du glaubst, du hast einfach „zu wenig Zeit“.
- Bewusst inkompetent: Du erkennst: Eigentlich fehlt dir nicht Zeit, sondern Struktur, Priorisierung oder Fokus.
- Bewusst kompetent: Du arbeitest mit Kalender, Prioritäten und Routinen – musst aber noch bewusst darauf achten.
- Unbewusst kompetent: Gute Planung passiert automatisch und ohne grossen Aufwand.
Menschen führen
- Unbewusst inkompetent: Du glaubst, Führung bedeutet hauptsächlich Anweisungen geben.
- Bewusst inkompetent: Du erkennst, wie wichtig Kommunikation, Verantwortung und Menschenverständnis sind.
- Bewusst kompetent: Du führst bewusst Gespräche, gibst Feedback und reflektierst dein Verhalten.
- Unbewusst kompetent: Du führst klar, empathisch und selbstverständlich.
Mutter sein
- Unbewusst inkompetent: Bevor du Kinder hast, denkst du vielleicht: „So schwierig kann das doch nicht sein.“
- Bewusst inkompetent: Mit Kindern merkst du plötzlich, wie viel Geduld, Organisation, emotionale Stärke und Verantwortung wirklich dazugehören.
- Bewusst kompetent: Du lernst bewusst ruhiger zu reagieren, Grenzen zu setzen, zuzuhören und den Alltag zu organisieren.
- Unbewusst kompetent: Du handelst vieles ganz intuitiv. Du spürst, was dein Kind braucht, reagierst mit mehr Ruhe und meisterst Situationen, über die du früher vielleicht verzweifelt wärst.
Was mir wichtig ist
Die Mutterrolle unbewusst kompetent auszufüllen, liegt mir sehr am Herzen. Daran habe ich in den letzten Jahren viel an mir gearbeitet. Was mir dabei auch sehr geholfen hat und mir ebenso in allen anderen Lebenslagen hilft, ist Kommunikation.
Es ist nun über 10 Jahre her, seit ich das erste Mal vom Vier-Stufen-Modell der Kompetenzentwicklung gehört habe. Schon damals war mir klar, dass ich in der Kommunikation – beruflich wie auch privat – unbewusst kompetent werden möchte.
Seither übe ich aktives und empathisches Zuhören, achte bewusst darauf, wie ich kommuniziere, versuche andere wirklich zu verstehen, halte mich mit meinen eigenen Gedanken zurück und liebe tiefgründige Gespräche.
Gelingt mir das immer? Nein. Doch ich übe weiter und manchmal befinde ich mich vielleicht schon im vierten Stadium. Es gibt jedoch auch Tage, an denen ich in alte Muster zurückfalle – Muster, die sich über Jahrzehnte eingebrannt haben. Gerade innerhalb der Familie merke ich manchmal, wie schnell alte Verhaltensweisen wieder auftauchen.
Aber es wird leichter, weil ich besser werde. Und genau das erfüllt mich sehr.
Wie kommst du in die Veränderung?
Viele deiner Muster laufen unbewusst ab. Genau deshalb ist Veränderung manchmal so schwierig – selbst dann, wenn du eigentlich weisst, was dir guttun würde.
Denn Wissen allein verändert noch nicht automatisch dein Verhalten.
Genau deshalb liebe ich die Arbeit mit Hypnose so sehr. Sie ermöglicht dir, nicht nur bewusst zu verstehen, was dir im Weg steht, sondern auch auf einer tieferen Ebene neue Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu verankern.
Ich bin überzeugt davon – im Leben geht es nicht darum, perfekt zu werden – sondern bewusster, liebevoller und echter.

