Angst hat verschiedene Gesichter
Kennst du Flugangst? Leidest du unter Höhenangst? Wird dir beim Gedanken an den Zahnarzt ganz mulmig? Hast du generell Angst krank zu werden? Bekommst du Angst in engen Räumen? Machen dir gewisse Tiere Angst, wie Spinnen oder Hunde? Hast du enorme Ansprüche an dich und Angst nicht zu genügen? Lösen Keime und Schmutz in dir Angstgefühle aus? Fühlst du dich unter vielen Menschen verängstigt? Grault dir jetzt schon vor der nächsten Prüfung oder Präsentation, weil du Prüfungs- oder Präsentationsangst hast? Du siehst, Angst hat viele Gesichter. Vermutlich hat jeder von uns vor irgendetwas mehr Angst, als andere Menschen.
Angst ist eine biologische Reaktion des Körpers, die in bedrohlichen Situationen den Körper darauf vorbereitet, entweder zu kämpfen oder zu fliehen. Diese Reaktion ist tief in unserem Gehirn verankert und hat uns Menschen geholfen, zu überleben.
Angst wird oft mit Schwäche assoziiert. Passend dazu habe ich kürzlich in einem Buch folgendes gelesen. Es ist weniger die Angst selbst, die uns belastet, sondern unser Bemühen die Angst zu verbergen. Der erste Schritt ist, die Angst anzuerkennen, wenn sie auftritt. Je mehr du deine Angst anerkennst, desto schwächer wird sie und umso klarer werden deine Gedanken. Dadurch kannst du besser auf Situationen reagieren.
Es ist wichtig, alle Gefühle und Emotionen zu spüren, um die Botschaften dahinter wahrzunehmen. Chronisch unterdrückte Emotionen und Ängste werden sich früher oder später in einer anderen Form zeigen. Zum Beispiel körperliche Symptome wie Muskelverspannungen, Erschöpfung, Schlafprobleme, Verdauungsprobleme, Immunschwäche, Veränderung des Appetits. Mentale Auswirkungen könnten zum Beispiel sein: Reizbarkeit, Überforderung, Konzentrationsschwierigkeiten, Angst vor der Angst.
Gewisse Ängste sind für uns überlebenswichtig. Vor ein paar Tagen hatte ich selbst solch ein Erlebnis. Ich war mit dem Velo unterwegs in einer Industriezone. Auf einmal kam aus dem «nichts» ganz unerwartet ein Lastwagen auf mich zu. Mein Herz fing sofort heftig an zu schlagen und mein Körper war augenblicklich in Alarmbereitschaft, damit ich gut reagieren kann.
Viele Ängste denken wir uns jedoch viel grösser als sie in Wirklichkeit sind. Es kann helfen, sich zu überlegen, was im schlimmsten Fall passieren könnte – also sich den Worst Case vorzustellen. Der Worst Case ist der Hurrikan. Begebe dich in diesen hinein und stelle fest, wie friedlich und still es im Auge des Hurrikans ist. Stell dich deiner Angst und finde im schlimmsten Fall auch etwas Gutes darin für dich. Und dann, was würde passieren, wenn der Worst Case eintritt? Vermutlich würde die Welt nicht untergehen. Und wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Worst Case Szenario eintritt? Oft wirst du feststellen, dass die Wahrscheinlichkeit des Worst Case Szenario viel geringer ist, als du ursprünglich gedacht hast. Diese Erkenntnis kann dir helfen, die Kontrolle zurückzugewinnen und deine Angst zu relativieren.
Was kann dir bei Ängsten auch noch helfen?
- Sich die Angst einzugestehen, um die im Moment beste Lösung für dich in dieser Situation zu finden. Hilft auch bei echter Angst, um sich schnell in Sicherheit zu bringen. Höre dabei auf dein Bauchgefühl, auf dein Unterbewusstsein.
- An das gewünschte Verhalten denken oder dies aussprechen. Wenn zum Beispiel ein Kind auf einen Baum klettert. Ist es nicht hilfreich, wenn die Mutter ruft, fall ja nicht herunter. Viel effektiver ist es, wenn sie ihrem Kind zuruft, halt dich gut fest.
- Achtsamkeitsübungen bei denen du dich der Angst stellst, sie beobachtest, ohne sie zu beurteilen. Die Angst, zumindest für den Moment, annehmen.
- 4-7-8-Atemtechnik. Dabei atmest du während 4 Sekunden tief durch die Nase ein, hältst den Atem für 7 Sekunden an und atmest dann für 8 Sekunden langsam aus. Diese Technik hilft, dein Nervensystem zu beruhigen.
- Das Gegenteil von Angst ist Vertrauen. Komme wieder ins Vertrauen.
- Der Angst mit Liebe und Humor begegnen.
Hypnose bei Ängsten
Um wieder ins Vertrauen, in die Liebe und die Leichtigkeit (vielleicht mit Hilfe von Humor) zu finden, hat sich die Hypnose bei Ängsten sehr bewährt. Sie kann dir helfen, deine Angst in positive Gefühle zu verwandeln. Stell dir vor, welche positiven Gefühle du in den Situationen, welche dich bislang belastet haben, fühlen möchtest. Diese Gefühle verankern wir in der Hypnose, sodass du sie jederzeit wieder abrufen kannst.
Angst bedeutet, sich um mögliche zukünftige Ereignisse zu sorgen. Sie lähmt dich und hindert dich konstruktiv zu sein.
Du kannst der Angst begegnen, indem du die Initiative ergreifst, du ins tun kommst. Warte nicht mehr länger und gehe den ersten Schritt. Befreie dich von deiner Angst, lebe im Vertrauen, frei und unbeschwert. Gerne unterstütze ich dich dabei.
Öffne dein Herz. Erwarte Gutes. Lass die Angst hinter dir.
Ps: In manchen Fällen kann Angst so intensiv und dauerhaft werden, dass sie sich zu einer Angststörung entwickelt. Wenn die Angst deine Lebensqualität erheblich beeinträchtigt und du deinen Alltag kaum mehr meistern kannst, ist es wichtig Unterstützung zu holen.
Eine psychotherapeutische Grundtherapie kann dir helfen, die zugrunde liegenden Ursachen der Angst zu verstehen und sie langfristig zu überwinden. In vielen Fällen kann Hypnose, in Absprache mit deinem Therapeuten, eine wertvolle ergänzende Unterstützung bieten, um tiefere, unbewusste Blockaden zu lösen und eine nachhaltige Heilung zu fördern.